Interkultureller Austausch
Regelmäßig organisieren wir Workcamps in Nairobi, um aktiv an der Projektarbeit teilzunehmen. Vor allem ermöglichen wir auf diese Weise den Kontakt und Austausch zwischen jungen Kenianern und Deutschen. Vor Ort arbeiten wir in den bestehenden Angeboten des Projekts mit, bieten jedoch auch eigene Kurse und Workshops an,
Workcamp 2008
Auch in diesem Jahr fand eine Simama-Reise nach Nairobi/ Kenia statt. Aus zeitlichen Gründen war es allerdings nur zwei Simama-Mitgliedern möglich, die Reise zu planen und durchzuführen.
In diesem Jahr standen folgende Aufgaben im Vordergrund:
- den Kontakt zum Partnerprojekt MSDP zu pflegen,
- die Einrichtung einer Keramikwerkstatt für MAC,
- ein Lauf-Workshop mit MUSA-Teilnehmern sowie,
- das Einholen von Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten neuer Projekte.
Die Präsidentschaftswahl im Dezember 2007 ließ, infolge von Manipulationsvorwürfen, das neue Jahr in Kenia mit Unruhen und Ausschreitungen beginnen. Besonders schwer betroffen von Gewalt, Plünderungen und Krawallen waren die informellen Siedlungen in Nairobi. Im Mukuru Slum waren die Folgen der Unruhen Brände, Vertreibung und Hunger. Simama e.V. spendete an MSDP Gelder für Lebensmittel und für die Betreuung von betroffenen Klienten.
So wurde während dieser Reise in Kooperation mit dem MSDP-Management der Einsatz, der von Simama e.V. überwiesenen Spendengelder der Jahre 2007 und 2008 überprüft. Zudem wurden Gespräche über strukturelle und personelle Veränderungen innerhalb der Organisation geführt.
Running-Workshop
Das Projekt Mukuru Sport Association (MUSA) bietet Jugendliche Aktivitäten in den Bereichen Sport (Fußball, Akrobatik), Musik und Schauspiel an. Insgesamt wurden sieben MUSA-Teilnehmer (Mukuru Sport Association) während des Lauf-Workshops trainiert. Der Trainingsplan beinhaltete das Training im Fitnesscenter, im Stadion und in den Ngong Hills (eine bei Läufern beliebte Strecke für das Höhentraining). Alle drei Trainingsorte sind normalerweise für die Teilnehmer aufgrund der fehlenden finanziellen Mitteln nicht zugänglich. Neben dem Training stand der Besuch des Leichtathletik Museums auf dem Plan, ebenso wie der Besuch des Leichtathletikverbandes.
MAC - Keramikwerkstatt
In Zusammenarbeit mit dem Leiter des MAC-Projektes wurde ein Konzept zur Errichtung einer Keramikwerkstatt in den Räumlichkeiten von MAC aufgestellt. Tonerde ist in Nairobi ein leicht erhältliches Material, das zudem zu einem niedrigen Preis lieferbar ist. Außerdem ermöglicht der Unterricht mit diesem Material das dreidimensionale Arbeiten, wie das Modellieren, Schnitzen und den Formenbau.
Noch während unseres Aufenthalts wurden von den MAC-Schülern verschiedene Gegenstände aus Ton wie Ketten, Masken und Kerzenständer hergestellt.
Wajukuu-Gruppe
Die Gruppe Wajukuu besteht aus etwa acht ehemaligen MAC-Schülern und lehrt, neben der Anfertigung eigener Kunstbilder, Kindern aus dem Reuben Slum in den Feldern Malerei und Kunstdruck.
Unsere Aufgabe bestand darin, die Künstler dieser Gruppe in den Bereichen Marketing und Networking zu beraten. Des Weiteren wurde der Besuch zu einer Künstlervereinigung, namens Kuona Trust, organisiert. Ziel des Besuchs war es, einen stabilen Kontakt zwischen Wajukuu und Kuona Trust sowie den dort tätigen renommierten Künstlern aufzubauen. Da Kuona Trust Workshops für junge Künstler aus den Slums anbietet, wird vorerst der Kontakt der Wajukuu-Mitglieder durch die Teilnahme an diesen aufrecht gehalten. Auf langer Sicht kann die Idee verfolgt werden, mit Hilfe von Sponsoren der Wajukuu-Gruppe die Möglichkeit zu geben, eines der dortigen Studios als einen Arbeitsort neben dem Slum nutzen zu können.
Resümee
Insgesamt kann die Reise 2008 als wichtig und produktiv, sowohl für MSDP als auch für Simama e.V., bewertet werden. Es ist für die ehemaligen und neuen Teilnehmer der MAC und MUSA Projekte von großer Bedeutung zu sehen, dass nach vier Jahren weiterhin ein starkes Interesse an ihnen, den Bewohnern des Slums, und an ihrem Leben besteht. Denn mittlerweile ist es nicht mehr nur eine Zusammenarbeit, die die Simama-Mitglieder und die MSDP-Teilnehmer verbindet, sondern eine Freundschaft.



